Aufarbeitungskommission

ZDF zieht Sendung zu Ritueller Gewalt zurück | ZDF Magazin Royale

Bereits am 18.09.2023 reichte die Aufarbeitungskommission eine Beschwerde beim ZDF Fernsehrat ein, um sich über eine undifferenzierte Berichterstattung Seitens der Böhmermann-Sendung zum Thema “Rituelle Gewalt” zu beschweren. Die Sendung sei zu undifferenziert und würde allen Opfern sexueller Gewalt schaden, sowie den im Bereich Traumatherapie arbeitenden Psychotherapeut*innen. Die Argumentation erfolgt in einer üblichen pathologisch anmutenden Art und Weise, in der eine untrennbare Vermischung mit sexuellem Missbrauch geschaffen wird. Im Grunde geht es jedoch um Verschwörungstheorien in Psychotherapien, was in der Sendung des ZDF Magazin Royale an der Person Michaela Huber aufgezeigt wurde.

Was steckt hinter ritueller Gewalt? | ZDF Magazin Royale

Freitag, der 08. September 2023. Unter dem Hashtag #HimmelOderHölle veröffentlichte Jan Böhmermann, in seiner Sendung ZDF Magazin Royale, einen Beitrag über Rituelle Gewalt (Link gültig bis zum 07.09.2024) und kritisiert - in gewohnt ironisch provozierender Manier - die Psychologin Michaela Huber und die These des Mind-Control. Michaela Huber ist unter Kritisierenden sehr bekannt und vermittelt seit mehreren Jahrzehnten die Thesen des rituellen Missbrauchs an ein breites Fachpublikum. In Deutschland galt sie bisher als DIE Spezialistin im Bereich Traumatherapie und Vorreiterin zur Aufklärung über die Dissoziative Identitätsstörung.

Rituelle Gewalt, QAnon und der Verfassungsschutz

Beim Verfassungsschutz ist von ritueller Gewalt weniger die Rede, sondern vielmehr von Verschwörungstheorien, die mit einem rechtsextremistischen Umfeld in Verbindung gebracht werden. Eine der beobachteten Verschwörungstheorien ist von der Gruppe QAnon. QAnon behauptet eine einflussreiche, weltweit agierende, satanische Elite würde Kinder entführen, foltern und ermorden um Adrenochrom aus deren Blut zu gewinnen. Das gewonnene Adrenochrom würde zur Herstellung eines Verjüngungsserums genutzt. So schreibt der Verfassungsschutz in seinem Bericht “Fortschreibung des Lagebildes Antisemitismus” folgendes:

UBSKM vergeigt Chance zum fachlichen Diskurs

Vor etwa einem Monat brachte der Spiegel einen Artikel heraus, in dem über die Satanic Panic in Deutschland berichtet wurde. Der Titel lautete „Im Wahn der Therapeuten“. Kritisiert wurden unter anderem das Amt der Unabhängigen Missbrauchsbeauftragten, kurz UBSKM, welches durch das Bundesfamilienministerium finanziert und gefördert wird. Über dieses Amt würden Falschinformationen verbreitet und fragwürdige Studien beauftragt, die wissenschaftlichen Standards nicht genügen, allerdings immer wieder als Beleg zur Untermauerung fragwürdiger Thesen herangezogen werden.

Zusammenfassung von Lydia Benecke, Geschehnisse der letzten Tage

Die Reaktionen auf einen Artikel des Spiegel werden bereits weniger, doch Lydia Benecke sieht es als Beginn der Aufarbeitung der Satanic Panic in Deutschland. Dazu hat Sie auf Facebook eine Zusammenfassung der letzten Geschehnisse, sowie der geschichtlichen Entwicklung aus der eigenen Perspektive, veröffentlicht. Lydia Benecke - Die “Satanic Panic” in Deutschland wird endlich aufgearbeitet! Was sich wirklich daraus entwickelt, muss sich in meinen Augen erst noch zeigen. Obwohl es eine zu begrüßende Entwicklung ist, dass sich Verbände öffentlich gegen die teilweise Unwissenschaftlichkeit positionieren, zeigen sich ebenso bereits kritisierte Personen und Vereine entschlossen weiter zu dem Thema zu beraten und Ausstiegshilfen anzubieten.